Ja nun – was aber ist Glück?

Darin sind sich wohl alle einig. Glück ist ein höchst individuelles Gefühl! (ja, Gefühl, nicht etwa Verstand, Denken, … niemand kann sich glücklich denken oder sich Glück einreden – reine sprachliche Affirmationen oder positives Denken allein führt zu gar nichts).

Ja, wie dann also? Glücklich fühlen?!

Genau. Hier unterscheidet man wiederum zwischen Zufallsglück (also dem plötzlichen Lottogewinn, der allerdings ebenso schnell wie es glücklich macht auch wieder absinkt in den Normalzustand) und dem Lebensglück, das ein manifestes  Wohl- und Zufriedenheitsgefühl ist.

Ein psychologischer Ansatz ist: Lebensglück ist das “harmonischen Zusammenwirken aller Gefühle einer gut organisierten Persönlichkeit”. Sodass auch wenn sich Lebensumstände (Familie, Arbeit etc.) wandeln, das persönliche Lebensglück relativ unverändert bleibt. Lebensglück wird als stabile Persönlichkeitseigenschaft definiert. Und aus meiner Sicht ist genau das trainierbar!

Bereits Plato (437 v. Chr.) postulierte, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn die drei Teile der menschlichen Seele, Vernunft, Wille und Begehren im Gleichgewicht sind.

Für Aristoteles (348 v. Chr.) stellte sich Glückseligkeit (Eudaimonie) ein, wenn man im Einklang mit seinem »wahren Selbst« handelt, also selbstverantwortlich das tut, was einem liegt – sofern dies auf ein tugendhaftes Leben hinausläuft – wobei  hier die entstehende Freude eher eine Konsequenz von Taten ist als eine treibende Kraft.

Also alles lange bekannt und doch so ungeübt in unserer Zeit: das bewusste Schaffen von Glücksempfinden und Zufriedenheitsgefühl ist ein Zusammenwirken von Bewusstsein über sich selbst und bewussten Entscheidungen für sich selbst. Aus stabilem und stimmigen Wissen über mich selbst und meine Gefühls- und Denkwelt ebenso bewusste Entscheidungen zu treffen ist der Zugangscode zu einem zu-FRIEDEN-en Leben.

 

3 Schritte zum Lebensglück

1. Klarheit

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ – frei nach dem Motto leben viele Menschen in ihren Mustern, ohne sich je Gedanken darüber zu machen, was sie wirklich innerlich bewegt, welche Leidenschaften in ihnen stecken, welche Potenziale noch gelebt werden wollen. Irgendwann dann – meist in Verbindung mit einem seelischen oder körperlichen Schmerz – stellen sie sich die Fragen nach dem Sinn des Lebens und ihrem Lebensglück. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich auseinander zu setzen mit den angelernten Mustern und den intrinsischen Motivatoren und das eine vom anderen zu unterscheiden.

Bewusst werden – seiner selbst, seiner Persönlichkeitsmerkmale, seiner Verhaltensmuster – ist der Anfang der Veränderung.

2. Mut

„Das haben wir immer schon so gemacht, das machen wir weiter so“ ist der Feind der Veränderung. Jetzt heißt es bewusst dem „alten Trott“ zu widerstehen, sich neue Verhaltensmuster anzueignen und seine Persönlichkeitsmerkmale zu nähren! Das verlangt oft mutige Entscheidungen, denn nicht nur für uns selbst ist neues Verhalten und Denken ungewohnt, auch für unsere Umwelt ist das oft herausfordernd. Denn schlussendlich funktionieren wir ja dann nicht mehr so, wie zuvor. Doch Mut tut gut – es stärkt das Gefühl der Selbstsicherheit und nährt das Selbstvertrauen. So entsteht Stimmigkeit der Persönlichkeit, Authentizität… und die ist wahrlich ein gutes Ruhekissen. Für dich selbst und auch für andere.

3. Konsequenz

Schon Goethe sagte: „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN“ Im konsequenten Handeln also liegen die Quellen für die Veränderung deiner Gefühlswelt. Tu, was dir Freude macht und du hast viel Freude und Fülle in deinem Leben. Und wenn es mal nicht so läuft, kannst du auf diese Freudemomente zurück referenzieren und es stellt sich das bereits erlebte und verankerten Glücksgefühl wieder ein. Denn unser Gehirn reproduziert sogar die Botenstoffe der Freude nur durch die starke Erinnerung.

 

Wie glücklich bist du?

Wenn du das wissen willst mach diesen kleinen Selbsttest.

Der von der WHO bereit gestellte Selbsttest zeigt dir ganz schnell auf, wie zufrieden oder unzufrieden du bist. Du kannst ihn jederzeit situativ wiederholen.

–> GLÜCKSTEST <–

Wie du dir selbst auf die Schliche kommst und dich mutig aufmachst zu deinem Lebensglück habe ich anhand meines eigenen Lebens und Hunderter Coaching-Kunden in eine Schritt-für-Schritt Anleitung gepackt. „Mach Dich glücklich!“ ist ein Mitmach- und Mutmachbuch für alle, die ihres eigenen Glückes Schmied sein wollen.

 

Mach-Dich-Glücklich-Liste

Hier schon einmal ein kleiner praktikabler Tipp: Ich habe mir selbst schon seit Jahren eine „Marion´s Glücksdoping-Liste“ angelegt. Auf ihr stehen viele kleine und größere Ideen, die mich schnell glücklich machen. Wenn meine Laune also mal in den Keller sinkt, zücke ich meine Liste und mache eines der dort notierten Dinge, z.B. ein Stück Sachertorte holen und genüsslich verspeisen oder an meinen Lieblingsort fahren und fotografieren oder einfach nur einen schönen Film schauen…. Da stehen soooo viele Impulse für mich und mein Glücksgefühl drauf, da werde ich immer fündig! Und sobald ich eine Kleinigkeit getan habe (siehe Goethe „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“), geht es mir schlagartig besser. Was natürlich biologisch leicht erklärbar ist: 1. Ich baue Adrenalin ab, indem ich etwas tue; 2) ich führe mir Gutes zu und bekomme dafür Endorphine geschenkt. Schwups ist die Laune wieder ausbalanciert.

Und damit dir dazu Ideen sprühen, hier meine Ideen-Impulse für dich:

  1. Lieblingsmusik laut hören und tanzen dazu
  2. Leckeres zubereiten und essen
  3. Sport – egal was: Joggen, Yoga, irgendwas
  4. Meditation raussuchen, bequem sitzen und einfach reinhören
  5. Stell dir dein intensivstes Freudeerlebnis vor! Lass es vor dir ablaufen wie einen Film: mit Ton und Bild und Gefühl
  6. Fang an zu planen… den nächsten Urlaub, ein Fest, eine Aktion egal was! Recherchiere dazu im Internet, lies Zeitschriften dazu
  7. Nimm ein schönes Bad mit Verwöhnelementen (Kerzen, Musik, Drink, Duft)
  8. Ruf deine lustigste Freundin/Freund an und sag ihm … du brauchst eine Einheit Lachen!
  9. Guck einen lustigen Film
  10. Hol dir dein Lieblingsparfum und sprühe dich damit ein oder brühe dir deinen Lieblingstee auf und rieche hinein, trinke jeden Schluck bewusst
  11. Putzen! Wer das gerne mag, kann sich Zufriedenheit generieren, wenn die Wohnung wieder blitzblank ist
  12. Lies in deinem Dankbarkeits-Tagebuch – da stecken die meisten guten Gefühle drin! Wirkt definitiv sofort gegen Depressionen 😉
  13. Spielen – mach ein lustiges Spiel: mit dir selbst oder noch besser mit Mitspielern

Führe du auch deine persönliche Glücks-Doping-Liste und ergänze sie immer wieder. Dann hast du schon viel in der Hand um dein eigenes Glück zu schmieden!

Viel Glück dir.

„Ich muss noch dieses oder jenes …“ –  wie oft am Tag sagst du dir das? Müssen, gezwungen sein, den Anforderungen gerecht werden, sich den Gegebenheiten unterordnen. Wie fühlst du dich dabei? Getrieben, gesteuert, von Anderen gelebt, anstelle von selbstbestimmt DEIN LEBEN zu leben!

Wir selbst sind die Schöpfer und Erschaffer unserer Realität.

Nur sind wir uns dessen zumeist nicht bewusst. Wenn wir Stress haben, lassen wir zu, dass uns andere oder die Umstände stressen. Sprich wir tun nichts dagegen – und werden dadurch mehr und mehr entleert. Statt Erfüllung entsteht Leere: Sinnleere, Lebensleere, Gefühlsleere … 

Wenn wir mit uns selbstverantwortlich umgehen wollen, dürfen wir bewusst wählen, unsere Entscheidungen bewusst fällen, statt uns treiben zu lassen in der Herde… sei wieder dein eigener Herr statt beHERRscht zu werden. Du selbst hast es in der Hand, im Hirn und in Ihrem Herzen.

Und nun? … Sicher kommt auch bei dir das berühmte „ja, aber“ – geht doch nicht, kann ich doch nicht, ich bin doch verpflichtet, ich habe doch meine Zusage geben und, und, und… Ja, so sei es – ja, aber warum eigentlich? 

Anstelle sich vorzusagen: „ich muss noch“, kann ich mich ja auch fragen, was will ich, was lasse ich, was wünsche ich mir? Dazu dürfen wir ausbrechen aus gesellschaftskonformer Leistungshaltung, der Unauffälligkeit fleißiger Arbeiterameisen, die nicht nein sagen sondern das Hamsterrad pflichtbewusst weiter am Laufen halten. Wie? Aussteigen?! Ja, genau, das bin ich mir wert! 

Liebe dich selbst, dann können dich alle anderen gern haben

Was genau ist unser Antrieb, wenn wir uns die Hacken abrennen und unseren Verpflichtungen nachkommen? Warum sagen wir zweimal mehr Ja als Nein, obwohl uns schon alles über den Kopf wächst? Weil wir gerne anerkannt und geliebt werden wollen, weil wir nach Lob und Wertschätzung lechzen. Das ist ein evolutionärer Antrieb, der unser Überleben gesichert hat! Ja, – Vergangenheitsform! Gesehen und genährt zu werden war im Säuglingsalter überlebenswichtig. Deshalb unternahmen wir alles, was uns die Aufmerksamkeit und damit Nahrung (für Herz, Seele und Magen) der Eltern sicherte. Aus Angst in Mangel zu kommen oder gar zu verhungern probierten wir alle möglichen Strategien aus, um unser Bedürfnis nach Aufmerksamkeit gestillt zu bekommen… einige der Strategien haben sich bis heute festgesetzt in unseren Verhaltensweisen. Wenn ich gut leiste, bekomme ich Lob (und vielleicht eine Gehaltserhöhung), wenn ich einmal mehr Ja sage, werde ich bevorzugt (und vom Chef besser behandelt), wenn ich meine Bedürfnisse zurücknehme in meiner Beziehung, bleibt mein Mann/meine Frau bei mir. Alles Verhalten, die einen Mangel vermeiden sollen, ein „weg von …“ irgendeinem schlechteren Zustand hin zu einem vermeintlich besseren Zustand. Im sich Abgleichen mit den Anderen sind wir stets außer uns statt bei uns, und fühlen nicht was uns erfüllt, weil unsere Aufmerksamkeit sich danach richtet, was im Außen gut ankommt.

Tipp: wenn du deinen Anerkennungs- und Anpassungsstrategien auf die Schliche kommen willst, nutze den Antreibertest.

Wenn wir es den anderen überlassen ob wir uns gut fühlen dürfen, sind wir stets abhängig von deren Gunst, Lob, Wertschätzung. Ist das dann selbstbestimmt und selbstverantwortlich? Natürlich nicht! Also: wenn Du erfüllt und zufrieden sein willst, dann sorge selbst dafür. Mach was dir gut tut und lasse was dir schadet. Oder entscheide dich bewusst etwas zu tun für den Anderen. Das bedarf täglicher Übung in Reflektion und daraus bewussten Entscheidungen. Schreibe dir auf, was dich erfüllt hat an jedem einzelnen Tag und hole dir täglich mehr Erfüllungsmomente …. und spüre hinein, wie sich diese Fülle anfühlt. Dann bist du ganz bei dir und mit dir statt außer dir zu sein. Daraus erwächst GeLASSENheit und ZuFRIEDENheit. Denn souveränes Leben heißt Dinge zu lassen, die einem den Frieden rauben und Dinge zu tun, die einem gefühlte Fülle schenken.

Erlaube dir wertvoll und besonders zu sein! Gehe in dich und finde dort deine Antworten, statt dich im Außen ab- und anzugleichen. Es ist nicht wichtig, ob du von allen Menschen geliebt wirst, ob du es den anderen recht machst, ob du nach Außen perfekt wirkst … Wenn es in Ihrem Inneren zu Leere oder Widerstand führt, dann ist der Preis für „geliebt werden“ hoch, denn er kostet dich deine Lebensqualität, dein erfülltes Leben.

Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Glaubst du an selbsterfüllende Prophezeihungen? Sicher doch, denn du hast sowas schon erlebt… übrigens kein esoterisches Phänomen, sondern ein psychologisches, nämlich die selektive Wahrnehmung. Menschen fokussieren ihre Aufmerksamkeit. Das kennst du auch. Willst du dir ein neues Auto kaufen? Soll es ein Mini sein? Dann wirst du so viele Minis auf der Straße sehen, wie noch nie! Und genauso funktioniert es mit Ihrem Mangel- oder Fülledenken. Sobald du anfängst in Fülle zu denken und zu fühlen wirst du Fülle anziehen. Fokussiere deine Gedanken auf die schönen Seiten des Lebens, und du wirst mehr davon bekommen, schaust du auf die funktionierenden Momente, werden sie fließen, genießt du die sonnigen Zeiten, gibt es wahrgenommen viel mehr Sonne.

Probiere es aus. Du kannst nichts verlieren außer deinem Mangel, deinen dunklen Gedanken und schlechten Gefühlen. Und du kannst viel gewinnen: gefühlte Erfüllung in all deinen Lebensbereichen – zeitweise, überwiegend oder gar umfassend. Deine Entscheidung und egal welche: alles ist gut!

Ich persönlich arbeite seit Jahrzehnten mit Fokussierung auf das, was mich erfüllt. Einerseits mit meiner Tagesimagination, in der ich bereits meinen Tag in Fülle vorprojeziere, andererseits mit meinem Dankbarkeits-Tagebuch, in das ich abends alle Fülle-Momente niederschreibe. Jeden Tag. Das wirkt. Versprochen!

Handlungstipps:

  1. Mach den Antreibertest und arbeite damit … erkenne deine Kompensationsstrategien und erlaube dir mehr dein Leben zu leben!
  2. Schreibe täglich auf, was dich gefühlt dankbar und stolz macht (Dankbarkeitstagebuch)

 

In fünf Schritten zu einem selbstgestalteten gelingenden Leben mit meinem Buch Mach Dich glücklich.

Ganz ehrlich – hast du dir je Gedanken darüber gemacht, was und wieviel du (dir) wert bist?
Ich frage das manchmal in meiner Arbeit mit Menschen und bekomme oft Antworten, die sich auf Leistung oder Besitz beziehen. So haben wir das vielleicht gelernt … „wir sind, was wir leisten“ oder „wir sind, was wir haben“.
Beides hat mit dem Selbstwert nichts zu tun. 

Was ist das eigentlich, dieser Selbstwert? Wie soll man den denn messen, sich selbst beimessen? Nun, dazu hole ich ein wenig aus, denn es ist wichtig, den Begriff in seinem Zusammenhang für unser Leben zu sehen.

Was in dem Wort schon mal drin steckt ist die Selbst-Bewertung. Also der Blick auf einen selbst. Und der ist ja nie losgelöst und neutral objektiv, sondern stets in Relation. Und damit beginnt eine Kettenreaktion. Denn in Relation zu stellen heißt in erster Linie sich zu vergleichen. Und je nachdem, wie der Vergleich ausfällt, entstehen Gefühle. 

Wenn wir von einem stabilen Selbstwert sprechen, ist damit stets das Gefühl zu sich selbst gemeint. „Ich fühle mich sicher, gleichwertig, ich bin mir meiner Stärken bewusst, ich mag mich so wie ich bin!“ – solche Aussagen und Haltungen sprechen für ein gutes Selbstwertgefühl … oder „ich hadere mit mir, schimpfe innerlich, sehe mich als klein und unbedeutend oder lehne mich gar ab in Teilen oder Taten“  – ein Indiz dafür, dass Minderwertigkeitsgefühle und Verunsicherung die Haltungen beeinflussen. 

Wie stark oder gering unser Selbstwertgefühl ausgeprägt ist hat Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung des Umfeldes und damit auch auf unsere Handlungen. Es ist mir ein besonderes Anliegen diese Reiz-Wirkungs-Mechanismen bewusst zu machen, denn nur mit bewusstem Umgang können wir alle daran mitwirken, einen anderen, besseren, zugewanderten Umgang miteinander zu finden. Und aus meiner Erfahrung macht das Sinn! Denn WIR – das ist unsere Gesellschaft und wir haben es selbst in der Hand (oder vielmehr dem Hirn), wie unsere Gesellschaft sich entwickelt.

Um es mit den Worten Søren Kierkegaards zu sagen: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“. Es ist nicht selten verbreitet, dass Menschen sich weniger wertvoll, schön, schlau oder was auch immer fühlen im Vergleich zu anderen. Daraus entsteht das Gefühl der Benachteiligung und das wiederum führt – unbewusst, also ohne Einschalten einer bewussten Relativierung – zu Neid- und Ohnmachtsgefühlen. Diese Gefühle sind äußerst unangenehm und werden evolutionär getrieben schnellstmöglich eleminiert. Das Gehirn will Stimmigkeit (nennen die Hirnforscher Kohärenz). Die Methodik diese zu erreichen (also wieder Stimmigkeit in der Relation hinzubekommen) sind Kompensationsmechanismen, z. B. Übertreibungen, Arroganz, Klagen, Selbstverletzungen, andere verletzen, den anderen klein machen, sich selbst klein machen, uvm. Unbewusst wird das dringende Bedürfnis den Nachteil auszugleichen zur Triebfeder aller Handlungen: Nur um so wieder auf Augenhöhe – also Gleichmaß – zu kommen. Da die meisten Menschen nicht in Fülle denken, was hieße sich an der Freude des anderen zu erfreuen, wählen sie den entgegen gesetzten Weg: nämlich demjenigen, der – aus ihrer Sicht – mehr hat, dem es besser geht, dieses Gefühl zu schmälern oder gar zu ruinieren, dann entsteht auch wieder Augenhöhe … Grob gesagt verleidet man dem anderen seine Freude, weil eben geteiltes Leid nur halbes Leid ist … In der verschärften Version führen Minderwertigkeitsgefühle (und deren Vermeidung) zu Dauermisstrauen, Abschalten von Empathie mit den Mitmenschen, Rückzug in sichere Gefilde oder Kampfansagen, die sich in Egozentrik „ich, mir, meins“ ausdrücken.

Ein starkes Selbstwertgefühl braucht keine Kompensation, denn der Mensch sieht sich und andere als gleichwertig an – in aller Verschiedenartigkeit. Aus dem Gefühl „ich bin ok“ folgt automatisch ein „Du bist ok“. Menschen mit einem stabilen Selbstwert erkennen die Bedürfnisse, die hinter einem Kompensationsverhalten liegen und können sich selbstsicher auf Augenhöhe bringen … also auch mal kleiner machen um das Gleichmaß herzustellen und damit dem Gegenüber das Gefühl der Sicherheit zu belassen. Und sie geben sich selbst das Gefühl in Sicherheit zu sein. Und wer sich sicher fühlt, braucht nicht zu kämpfen ….

Das Selbstwertgefühl zu trainieren ist nicht schwer, wenngleich eine lebenslange Aufgabe. Und so wertvoll! Für jeden einzelnen und unser Miteinander. Eine zugewanderte Art des Umgangs, ein Mitfühlen und gegenseitiges Unterstützen sind die Folge selbstwertiger und selbstsicherer Gesellschaften. Gute Aussichten!

 

Schritt für Schritt zum starken Selbstwertgefühl:

  1. Sei dir dessen bewusst, egal was du tust, du bist stets wertvoll!
  2. Erkenne deine Selbst-Bewertungen. Die inneren Stimmen geben oft schon deutliche Hinweise. Wie sprichst du mit dir selbst? Verurteilst du dich? 
  3. Die Selbst-Bewertungen und -Verurteilungen rühren aus frühen Prägungen (Elternhaus, Erziehung und vieles mehr) und münden in Überzeugungen, weil sie dir eine wertvolle Strategie war (als Kind). Diese gilt es zu identifizieren und in eine realistische Relation zu setzen. Ideal ist dafür die Zusammenarbeit mit einem Coach, der dir die richtigen Fragen stellt, damit du erkennst woher deine Haltungen stammen und wozu du sie unbewusst gewählt hast.
  1. Mit diesem Wissen gilt es zu guter Letzt innere Überzeugungsarbeit zu leisten, alte Denkmuster und Glaubenssätze bewusst durch Realistische zu ergänzen und den Selbst-Bewertungs-Mechanismus der Situation jeweils spezifisch anzupassen.

 

Ich selbst habe den Weg vom Minderwert zum stabilen Selbstwertgefühl beschritten und bin heute froh um die gewonnene Lebensqualität. Der Weg ist nicht schwierig, bedarf aber konsequenter Übung. Und hierfür bietet sich auch die Nutzung eines Dankbarkeitsbuches an. Mich begleitet das tägliche Schreiben seit über 25 Jahren.

Dem Mutigen gehört die Welt – so sagt das Sprichwort. In meiner Wahrnehmung gehört dem Mutigen vor allem SEINE Welt oder vielmehr sein LEBEN, denn er steht ein für das was ihm wichtig ist. Beherzt folgt er seinen Wünschen, erfüllt sich Träume und lässt sich nicht entmutigen, wenn Umstände oder seine Umwelt ihn beengen oder einschränken wollen. Der Mutige folgt seinem Herzen und nicht den Gedankenkonstrukten seiner eigenen Befürchtungen oder den Unvorstellbarkeiten der Anderen.

Ich erlebe es beinahe täglich wie sich die Entmutigung im Leben von Menschen auswirkt. Sie trauen sich selbst nicht. Doch ohne Zutrauen gibt es keine Selbstsicherheit. Und wer sich selbst nicht sicher ist, ist anfällig für Einflussnahme von außen. Wie Marionetten zerren die Anforderungen des Umfelds an uns. Wir fühlen uns gelebt, getrieben, ausgeliefert im Funktionieren. Der Versuch wieder Herr des eigenen Handelns zu werden, verschärft sich vielfach in Überorganisation und Kontrollwahn, in dem Lebendigkeit und Individualität ebenso unter die Räder kommt, wie Träume und Wünsche. Alles wird festgehalten, getaktet, geplant, statt sich dem Fluss des Lebens hinzugeben. Das Hamsterrad lässt grüßen! Der Ausstieg aus diesem gelingt nur mit MUT und TUN.

Eine australische Hospiz-Krankenschwester namens Bronnie Ware hat über fünfunddreißig Jahre hinweg Menschen am Sterbebett befragt, was sie bereuen. Nummer 1 der fünf Nennungen ist: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, MEIN LEBEN zu leben.“

Mich selbst ermutigt diese Aussage jeden Tag aufs Neue mein Handeln zu hinterfragen und mutig auch unpopuläre Entscheidungen für mich und meine Lebensqualität zu fällen. Oft genug gegen meine inneren Befürchtungsszenarien, zumeist jedoch, weil andere mich in ihrer eigenen Vorstellung von Sicherheit festhalten wollen. Ich weiß: will ich ein geglücktes Leben leben, brauche ich den Mut, die Beherztheit für mich und mein Glück einzustehen. Und das funktioniert nur mit dem tief begründeten Wunsch, unbeugsamer Willenskraft, voller Einsatzbereitschaft und vor allem durch TUN. Wie Goethe schon sagte: Es genügt nicht zu wissen, wir müssen auch tun.

Das Trainingsprogramm ist denkbar einfach: ich wähle mir immer wieder bewusst kleine und größere Mutproben. Nimm dir täglich etwas vor, das dir rational betrachtet beinahe unmöglich erscheint. Und dann tu es! Jede Unternehmung, jedes für sich Einstehen  – und sei es noch so klitzeklein – zahlt ein auf den Mutmuskel. Intensiviere die Wirkung durch Dankbarkeit und Stolz. Und mit der Zeit wirst du spüren: Mut tut gut und du gewinnst mehr Glücksgefühle in deinem Leben!

Viele Menschen merken im Laufe ihres Lebens, dass sie mutloser, ängstlicher werden. Das ist ein evolutionäres Programm. Die Natur sieht vor, dass wir bedachter werden je älter wir sind. Es ist also ein Überlebensmechanismus. Nachteilig daran ist, dass sich unser Aktionsradius dadurch deutlich verkleinert. Sind wir als Kinder noch auf Bäume geklettert und auf Ästen balanciert, souffliert uns unsere innere Stimme, je älter wir werden, Worst-Case-Szenarien angesichts der Notwendigkeit von einem Stuhl zu springen. Unsere Muskeln regredieren im Alter, gleichermaßen der Mut-muskel mitsamt unserem Selbstvertrauen und der daraus entstehenden Selbstsicherheit.

Mut – oder synonym Beherztheit – ist nicht nur ein sicherer Weg zu mehr Möglichkeiten, sondern auch die Wegweisung seinem Herzen zu folgen anstelle seiner Ratio. Das Herz zeigt uns die Richtung für Wachstum und Erfüllung. Der Verstand entwirft Befürchtungsszenarien und mahnt zu Sicherheit. Mit Mut wachsen wir, Furcht lässt uns verharren.

Wer zeitig seinen Mutmuskel trainiert, gewinnt an Lebensfülle und erweitert seine Lebensfreude. Garantiert!

Wenn ich hier von Glück schreibe, dann meine ich nicht das Zufallsglück. Es geht um das Lebensglück! Jetzt wirst du sagen, na ja, es gibt halt Menschen, die sind optimal aufgewachsen, hatten Förderung, nie Schicksalsschläge und können schon deshalb einfach glücklich sein ohne etwas dazu beizutragen. Ja, richtig, die gibt es. Und es gibt die anderen, die aufgrund ihrer schlechten Ausgangssituation, z.B. einem zerrütteten Elternhaus oder einer Krankheit eben einfach schlechte Karten haben.

Wenn ich dir nun sage, dass ich viele Menschen kenne (einschließlich mir selbst), die schlechte Voraussetzungen für ein geglücktes Leben hatten und dennoch ein sehr glückliches, erfülltes Leben leben – würdest du mir glauben? Nun, ich habe eine gute Nachricht für dich. Es gibt sie, denn Lebensglück ist trainierbar! Und du selbst hast es in der Hand jeden Tag viele Momente eines hüpfenden Herzens und Schmetterlingsflattern im Bauch zu erleben. Es ist an dir dich zu entscheiden und das Training zu beginnen. Jetzt, heute … denn mit jedem Tag, an dem du unglücklich bist verlierst du einen Tag deines geglückten Lebens!

„Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an“, so ein Zitat, das dem römischen Kaiser Marc Aurel zugeschrieben wird. Und Recht hat er. Das bestätigt heute sogar die Hirnforschung! Machen wir uns schöne, bunte, glückselige Gedanken regen wir unser Dopaminzentrum im Gehirn an – ähnlich wie es automatisch passiert bei einem Zufallsglück oder im Zustand des Verliebtseins. Wenn Dopamin ausgeschüttet wird, produziert unser Gehirn opiumähnliche Stoffe, die uns euphorisch, glücklich fühlen lassen. In diesem Zustand sind wir erhöht aufmerksam und lernen was uns gut tut. Und genau dieser Lerneffekt lässt sich zur Gewohnheit machen … nicht als Dauereuphorie (sonst erginge es uns wie den Ratten im Experiment* sondern als Grundhaltung im Leben. „Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein. Aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben“, so der Hirnforscher Manfred Spitzer.

Wenn du Glücksgefühle mit einem Schalter für Ihr Leben einschalten könnten, würdest du es tun? 

Experimente an Ratten haben gezeigt: die permanente Reizung des „Glücksareals“ im Gehirn ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Die Tiere vergaßen vor lauter Glück glatt zu fressen und zu trinken. Warum ich das ausführe? Ganz einfach. Weil Glück kein Dauerzustand sein kann, sondern vielmehr die Spitzen in der Sinuskurve des geglückten Lebens. Und genau darum geht es im Leben. Nicht unglücklich zu sein, sondern gesamtheitlich ein geglücktes Leben zu leben.

Eines meiner Lieblingssprichworte war stets: „Wende dein Gesicht der Sonne zu und die Schatten fallen hinter dich.“ Diese Haltung ist den meisten von uns nicht in die Wiege gelegt. Unsere Gesellschaft bedauert lieber das, was nicht ist, als zu wertschätzen was bereits vorhanden ist. Das ist weitverbreitet und zwischenzeitlich gute Sitte. Ich finde das schade, denn damit vermiesen wir uns das Leben. Wir vergleichen uns mit denen, die schöner, besser, reicher oder sonst was sind – und der Vergleich fällt negativ aus für uns. Wir schauen aus dem Fenster und es regnet und schon haben wir schlechte Laune. Wieso nur???

Ich vertrete hier (wie übrigens in allen Bereichen meines Lebens, auf die ich Einfluss habe) die Haltung der Selbstverantwortung! Wenn du dich selbst glücklich machst, kannst du für andere ein Glücksfall sein. Der Dalai Lama hat in seinem Buch „Der Weg zum Glück“ einen Schlüsselsatz geprägt: „Ich denke, dass der Sinn des Lebens darin besteht, glücklich zu sein“ und führt dazu aus „Es gibt zwei Wege, die Ursache für Glück zu schaffen. Der erste ist äußerlich. Der zweite Weg besteht in geistiger Entwicklung… Wir müssen Ärger minimieren sowie Güte und Warmherzigkeit kultivieren… Die wichtigste Methode, ein glückliches Leben zu erreichen, besteht darin, unseren Geist in täglichen Übungen zu schulen, die negatives Verhalten schwächen und positives Verhalten stärken…“ … „Kann man das, was ein gutes Leben ausmacht, auch einüben, wenn der Alltag stresst, Unsicherheiten unser Leben bestimmen? Ich bin überzeugt: Wir können etwas tun zu unserem Glück. Gelassenheit und Seelenruhe sind jedem möglich.“

Ich mag dich ermutigen deine innere Glückseligkeit zu trainieren. Viel braucht es dazu nicht. Wie ich eingangs schon schrieb ist es vor allem die selbstverantwortliche Entscheidung für ein geglücktes Leben und ein kleines Trainingsprogramm.

  1. Geh bewusst in jeden Tag mit positiven Einstellungen und einer positiven Vorstellung
  2. Halte mehrmals täglich inne und nimm die Schönheit des Augenblickes wahr, lass abfließen, was dich belastet und richte dich wieder auf das Positive aus
  3. Sei dankbar und halte die Momente der Freude fest… täglich in deinem Dankbarkeitstagebuch. So wie du deine Zähne abends putzt, poliere auch deine Gedanken auf!

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es … jetzt bist du dran! Für dein Lebensglück bist allein du verantwortlich. Warte nicht auf irgendetwas (Zufallsglück) oder irgendwen (der dich erlöst aus deinem Pech). Denn mit jedem Tag, den du wartest, verpasst du einen weiteren glücklichen Tag! Ich wünsche dir ein geglücktes Leben – selbstgemacht ;-).